Kurz gesagt
Frostsicher sind die meisten Granite, Basalte und andere Hartgesteine, weil sie kaum Wasser aufnehmen. Bei Kalkstein, Sandstein, Travertin und Marmor entscheidet die einzelne Sorte, nicht die Gesteinsart. Verlässlich ist nur eine Prüfung des Frostwiderstands nach DIN EN 12371 für genau den Stein, den Sie kaufen. Und auch ein frostsicherer Naturstein braucht draußen Gefälle und einen Unterbau, in dem kein Wasser stehen bleibt.
Ob ein Naturstein frostsicher ist, fragen uns Kunden an der Theke in Bonn-Lengsdorf vor allem im Herbst, wenn die Terrasse für das Frühjahr geplant wird. Die ehrliche Antwort hat zwei Teile. Der Stein selbst muss Frost vertragen. Und er muss so liegen, dass Wasser abläuft. Fehlt eines davon, platzen Kanten ab, Schalen lösen sich oder Platten reißen, oft schon nach dem ersten Winter.
Warum Frost Naturstein schadet
Wasser dehnt sich beim Gefrieren um etwa neun Prozent aus. Steckt es in den Poren und feinen Rissen eines Steins, drückt das Eis von innen. Ein einzelner Frosttag ist selten das Problem. Schaden machen die vielen Wechsel zwischen Frost und Tauwetter, wie wir sie im Rheinland jeden Winter haben. Je mehr Wasser ein Stein aufnimmt und je länger er nass bleibt, desto größer ist das Risiko. Deshalb sind zwei Fragen wichtig: Wie viel Wasser saugt der Stein, und wie schnell kann es wieder weg?
Welcher Naturstein ist frostsicher? Die Gesteinsarten im Vergleich
Die Tabelle zeigt die Tendenz je Gesteinsart. Sie ersetzt nicht die Angabe für die einzelne Sorte, denn innerhalb einer Gesteinsart gibt es große Unterschiede.
| Gesteinsart | Frost | Draußen geeignet für | Worauf achten |
|---|---|---|---|
| Granit und andere Hartgesteine | meist frostsicher | Terrasse, Balkon, Außentreppe, Fensterbank | außen geflammt oder gestockt statt poliert; einzelne Sorten können rosten oder verfärben |
| Basalt | meist frostsicher | Terrasse, Stufen, Fensterbank | dichte Basalte und poröse Basaltlava unterscheiden sich, Angabe der Sorte prüfen |
| Quarzit, Schiefer | je nach Sorte und Abbaugebiet | Terrasse, Fensterbank, Fassade | bei Schiefer auf Schichtung achten, Qualität aus dem Datenblatt |
| Sandstein | je nach Sorte | Terrasse, Mauerabdeckung | hängt vom Quarzanteil und der Bindung ab, nimmt oft viel Wasser auf, empfindlich gegen Tausalz |
| Kalkstein, Travertin | je nach Sorte | nur geprüfte Sorten | nicht jeder Travertin ist frostbeständig; dichte Kalksteine gibt es auch frostsicher |
| Marmor | meist nur bedingt | geschützte Flächen, eher innen | säureempfindlich, poliert draußen rutschig |
Die Angaben zu Sandstein, Travertin und Schiefer decken sich mit gängigen Ratgebern: Frostbeständigkeit hängt dort vom Quarzanteil und vom Abbaugebiet ab, und nicht jeder Travertin verträgt Frost. Wie die Oberflächen sich draußen verhalten, steht im Ratgeber geschliffen, geflammt oder poliert.
Der Name verrät die Gesteinsart nicht
Handelsnamen führen oft in die Irre. In unseren Materialdaten steht zum Beispiel „Belgisch Granit“ als Kalkstein, und er ist trotzdem als frostsicher geführt. „Anröchter Grün“ ist ein Glaukonitsandstein und ebenfalls frostsicher. Umgekehrt ist nicht jeder Stein, der nach Granit aussieht, für draußen gedacht. Fragen Sie deshalb immer nach der Gesteinsart und nach der Frostangabe für genau diese Sorte, nicht nach dem Namen.
So erkennen Sie frostsicheren Naturstein
- Prüfnorm nennen lassen. Der Frostwiderstand von Naturstein wird nach DIN EN 12371 geprüft. Für Platten im Außenbereich gilt DIN EN 1341, für Stufen DIN EN 12058. Fragen Sie nach dem Prüfergebnis oder der Leistungserklärung zur Sorte.
- Wasseraufnahme ansehen. Sie wird nach DIN EN 13755 bestimmt. Je weniger ein Stein aufnimmt, desto weniger Wasser kann in ihm gefrieren.
- An Tausalz denken. Für Treppen und Eingänge, die im Winter gestreut werden, zählt zusätzlich der Widerstand gegen Salzkristallisation nach DIN EN 12370.
- Herkunft und Charge. Steine aus verschiedenen Bänken desselben Bruchs können sich unterscheiden. Bei größeren Flächen gehört alles in eine Charge.
- Im Zweifel fragen. Ein Händler, der die Sorte kennt, kann Ihnen sagen, wofür sie draußen taugt und wofür nicht.
Bei Fliesen läuft das ähnlich über das Datenblatt, das erklärt der Ratgeber Welche Fliesen sind frostsicher?
Stehendes Wasser: was der Stein allein nicht schafft
Auch frostsicherer Naturstein leidet, wenn er dauerhaft im Wasser liegt. Wasser im Mörtelbett oder unter der Platte gefriert, hebt sie an und drückt Kalk und Schmutz an die Oberfläche. Diese Punkte helfen:
- Gefälle von mindestens 2 Prozent vom Haus weg, damit Regen abläuft.
- Ein Unterbau, der Wasser abführt, zum Beispiel ein Splittbett oder ein Drainagemörtel statt eines dichten Zementbetts. Was in welches Bett gehört, steht in Terrassenplatten in Splitt oder Sand.
- Auf dem Balkon eine funktionierende Abdichtung und ein freier Ablauf. Hier entscheidet der Fachbetrieb über den Aufbau.
- Fugen und Anschlüsse so ausbilden, dass Wasser nicht hinter die Platten läuft.
Wenn auf Platten Pfützen stehen bleiben, liegt das meist am Gefälle oder an der Platte selbst. Ursachen und Abhilfe zeigt der Ratgeber Pfützen auf Terrassenplatten.
Imprägnieren und Streusalz
Aus unserer Erfahrung macht eine Imprägnierung keinen Stein frostsicher. Sie bremst Flecken und Schmutz, aber gegen Wasser von unten aus dem Bett hilft sie nicht. Auf Natursteinstufen und Eingängen raten wir zu Splitt oder Sand statt Streusalz. Salz greift viele Steine und die Fugen an, und bei Kalkstein und Marmor sieht man das schnell.
Ein Beispiel aus der Praxis
So kann es laufen: Für einen Balkon mit Südlage ist ein heller, weicher Kalkstein ausgesucht, weil er zur Fassade passt. Für die Sorte gibt es keine Frostangabe. Wir zeigen in der Ausstellung zwei Alternativen in ähnlichem Ton: einen hellen Granit mit geflammter Oberfläche und eine dichte Kalksteinsorte, die laut unseren Materialdaten frostsicher ist. Die Entscheidung fällt für den Granit, zugeschnitten im Steinwerk auf die Maße der Balkonfläche, verlegt vom Fachbetrieb mit Gefälle und Drainagemörtel.
Passend zum Ratgeber
Frostsichere Steine für draußen
Nach Maß aus unserem Steinwerk in Bonn-Lengsdorf. Maß eintragen und anfragen, den Preis für Ihr Maß nennen wir mit dem Angebot.
Häufige Fragen
Ist Granit immer frostsicher?
Fast alle Granite vertragen Frost gut, weil sie sehr wenig Wasser aufnehmen. Eine Garantie ist der Name trotzdem nicht. Lassen Sie sich die Frostangabe für die Sorte zeigen, besonders bei sehr günstigen oder unbekannten Steinen.
Kann ich Marmor auf der Terrasse verlegen?
Davon raten wir meist ab. Viele Marmore sind nur bedingt frostsicher, reagieren auf Säure und werden poliert bei Nässe rutschig. Für draußen sind ein geflammter Granit oder eine geprüfte Kalksteinsorte die bessere Wahl.
Ist Travertin frostsicher?
Nicht jeder. Travertin hat Poren und Hohlräume, wie viel Wasser er aufnimmt, hängt stark von der Sorte ab. Für draußen nur Sorten mit Frostangabe nehmen und die Poren verfüllt bestellen.
Woran sehe ich im Shop, ob ein Stein frostsicher ist?
Im Steckbrief jeder Steinsorte auf pung.de steht, ob sie laut unseren Materialdaten frostsicher ist. Fehlt die Angabe, fragen Sie bitte vor der Bestellung nach.
Frostsicheren Naturstein in Bonn ansehen
In unserer Ausstellung in Bonn-Lengsdorf liegen geflammte, geschliffene und polierte Steine nebeneinander, so sehen Sie den Unterschied bei Licht und Nässe. Beratung ohne Termin. Über unsere Anfrage können Sie vorab ein Foto der Fläche oder einen Grundriss mitschicken. Wir schneiden die Platten und Stufen im eigenen Steinwerk zu, meist in 2–4 Werktagen. Die verbindliche Menge ermittelt Ihr Fliesenleger beim Aufmaß. Verlegen lassen Sie über einen Fachbetrieb, gern vermitteln wir aus unserem Handwerkernetz. Ob Naturstein oder Feinsteinzeug besser zu Ihrer Terrasse passt, vergleicht der Ratgeber Terrasse in Bonn: Naturstein oder Feinsteinzeug.