Kurz gesagt
Terrassenplatten aus Feinsteinzeug oder Naturstein liegen lose am besten in Splitt, üblich ist die Körnung 2/5 mm in einer Schicht von 3 bis 5 cm auf verdichtetem Schotter. Sand eignet sich als Bett schlechter: Er hält Wasser, wird über die Fugen ausgespült und setzt sich ungleichmäßig. Seinen Platz hat er höchstens in der Fuge.
„Kommen die Platten in Sand oder in Splitt?“ An der Theke in Bonn-Lengsdorf stellen uns diese Frage meistens Bauherren, die ihre Terrasse selbst bauen oder den Garten- und Landschaftsbauer schon im Kopf haben. Im Netz findet man beide Antworten, oft im selben Text. Hier lesen Sie, warum Terrassenplatten fast immer in Splitt verlegt werden, wie das Bett darunter aufgebaut ist und wo Sand trotzdem vorkommt.
Terrassenplatten in Splitt oder Sand: der Unterschied im Bett
Das Bett ist die dünne Schicht direkt unter der Platte. Es gleicht kleine Höhenunterschiede aus und muss das Regenwasser, das durch die Fugen läuft, nach unten in den Schotter weitergeben. Genau hier unterscheiden sich die beiden Materialien.
| Kriterium | Splitt (z. B. 2/5 mm) | Sand |
|---|---|---|
| Wasser | läuft durch die groben Körner schnell ab | hält Wasser länger, bei Frost kann es unter der Platte gefrieren |
| Lage der Platte | kantige Körner verzahnen sich, die Platte liegt ruhig | runde, feine Körner geben unter Last nach, die Platte kann kippeln |
| Ausspülen | bleibt im Bett liegen | wandert mit dem Regen in die Fugen und darunter weg |
| Ameisen und Unkraut | schwerer zu durchgraben | Ameisen graben sich in feinem Sand leicht ein |
| Nachjustieren | Platte anheben, Splitt ergänzen, fertig | möglich, Setzungen kommen aber häufiger wieder |
Verlegeanleitungen für Feinsteinzeug-Terrassenplatten nennen als Bett Splitt oder feinen Kies der Körnung 2 bis 5 mm in 3 bis 5 cm Stärke. Sand taucht dort nur als mögliche Fugenfüllung auf. Manche Baumarkt-Anleitungen zeigen noch eine dünne Sandschicht über dem Splitt. Für Betonplatten auf einer wenig genutzten Fläche mag das reichen, für Feinsteinzeug raten wir davon ab.
So ist das Splittbett unter Terrassenplatten aufgebaut
Ob die Terrasse nach drei Wintern noch eben liegt, entscheidet der Unterbau. Die Platte selbst verzeiht wenig, das Bett darunter nur ein paar Millimeter. Der übliche Aufbau von unten nach oben:
- Aushub und Planum. Den Boden ausheben und schon dort das Gefälle anlegen, 1,5 bis 2 Prozent vom Haus weg.
- Tragschicht aus Schotter. Frostschutzkies oder Schotter lagenweise einbringen und mit der Rüttelplatte verdichten. Wie dick sie wird, hängt vom Boden ab: Ratgeber nennen bei durchlässigem Sandboden etwa 10 cm, bei Lehm und Ton 20 bis 30 cm.
- Randeinfassung. Randsteine, Palisaden oder Profile setzen, bevor die Platten kommen. Ohne festen Rand drückt sich das Bett seitlich weg.
- Splittbett. Splitt 2/5 mm auf 3 bis 5 cm verteilen und mit einer Latte über Lehren abziehen. Das Gefälle der Tragschicht läuft im Bett weiter, ausgeglichen wird es dort nicht.
- Platten legen. Mit 3 bis 5 mm Fuge und Fugenkreuzen, nie Kante an Kante. Liegen Platten aneinander, platzen bei Bewegung die Kanten ab. Zur Hauswand und zu festen Bauteilen bleibt eine Randfuge.
- Fugen. Bei Feinsteinzeug im Splitt bleiben sie oft offen, damit das Wasser abläuft. Wer füllen möchte, nimmt Fugensplitt oder einen Fugensand, der zum Bett passt.
Diese Fehler sehen wir auf Fotos, die Kunden uns von älteren Terrassen zeigen, immer wieder:
- Das Bett wird dicker als 5 cm, um eine schiefe Tragschicht auszugleichen. Die Platten sacken später an genau diesen Stellen ab.
- Das Gefälle wird erst im Splitt angelegt statt im Schotter darunter.
- Über den Splitt kommt eine Lage Sand, „damit es glatter wird“. Sie hält das Wasser fest, das der Splitt gerade abführen sollte.
- Es fehlt ein fester Rand, und die äußere Plattenreihe wandert nach außen.
Warum das Gefälle allein manchmal nicht reicht und Wasser trotzdem auf der Platte stehen bleibt, erklärt unser Ratgeber Pfützen auf Terrassenplatten.
Wo Sand trotzdem hingehört
In der Fuge. Viele füllen die Fugen einer lose verlegten Terrasse mit Fugensand und kehren ihn ein. Das sieht ordentlich aus, hat aber zwei Haken. Regen wäscht den Sand nach und nach aus, also muss nachgefüllt werden. Und eine dicht gefüllte Fuge lässt weniger Wasser durch, was bei dichtem Feinsteinzeug schnell zu Pfützen führt. Fester Fugenmörtel wäscht nicht aus. Auf einem losen Splittbett reißt er aber mit der Zeit, weil sich die Platten minimal bewegen. Er gehört zu einem gebundenen Aufbau mit Drainmörtel.
Unser Rat für Feinsteinzeug im Splitt: Fuge offen lassen oder mit Fugensplitt füllen. Gegen Unkraut von unten hilft ein Vlies unter der Tragschicht mehr als jede Fugenfüllung.
Feinsteinzeug im Splittbett: 2 cm oder 3 cm?
Für die lose Verlegung im Splitt brauchen Sie Terrassenplatten, keine Bodenfliesen. Üblich sind 2 cm starke Platten. Bei großen Formaten oder Flächen mit Pflanzkübeln und schweren Möbeln liegt eine 3 cm starke Platte ruhiger im Bett. Ob ein bestimmtes Format für den Splitt freigegeben ist, steht im Datenblatt des Herstellers, und das prüfen wir mit Ihnen vor der Bestellung. Den ganzen Vergleich lesen Sie in Terrassenplatten 2 cm oder 3 cm?, und ob Naturstein oder Feinsteinzeug besser zu Ihrem Garten passt, in Terrasse in Bonn: Naturstein oder Feinsteinzeug?
Ein Rechenbeispiel aus der Beratung
Eine Gartenterrasse auf Lehmboden, 4 m tief, mit 2 cm starken Platten. Bei 2 Prozent Gefälle liegt die Vorderkante 8 cm tiefer als der Anschluss am Haus. Die Aufbauhöhe am Haus ergibt sich aus Platte, Bett und Tragschicht: 2 cm Platte, 4 cm Splitt und 25 cm Schotter, zusammen rund 31 cm unter der späteren Oberkante. Bleibt an der Terrassentür weniger Platz, ist das ein Thema für den Fachbetrieb, bevor die Platten ausgesucht werden. Es sind Richtwerte zum Planen. Was Ihr Boden braucht, sieht Ihr Garten- und Landschaftsbauer vor Ort.
Häufige Fragen
Kann man Terrassenplatten auf Sand verlegen?
Möglich ist es, aber für Feinsteinzeug und Naturstein raten wir davon ab. Sand hält Wasser, wird ausgespült und setzt sich unter Last. Die Platten fangen dann an zu kippeln. Splitt 2/5 mm ist die haltbarere Wahl.
Wie dick muss das Splittbett sein?
Verlegeanleitungen nennen 3 bis 5 cm. Dicker sollte es nicht werden, denn ein zu hohes Bett gibt unter Last nach. Höhenunterschiede gleicht man in der Tragschicht aus.
Welche Körnung hat der Splitt unter Terrassenplatten?
Meist 2/5 mm, also Körner zwischen 2 und 5 Millimetern. Gewaschener Splitt ohne feine Anteile lässt das Wasser am schnellsten durch.
Müssen die Fugen gefüllt werden?
Nein. Bei Feinsteinzeug im Splitt bleiben die Fugen oft offen, damit Regen ablaufen kann. Wichtig ist nur, dass die Platten nicht aneinanderstoßen.
Kann man im Herbst noch im Splitt verlegen?
Ja, eine lose Verlegung braucht keinen Kleber, der abbinden muss. Auf gefrorenem oder durchnässtem Boden lässt sich die Tragschicht aber nicht sauber verdichten. Dann lieber warten.
Terrassenplatten in Bonn ansehen
In der Außenausstellung in Bonn-Lengsdorf liegen Terrassenplatten aus Feinsteinzeug und Naturstein so, wie sie bei Ihnen liegen würden, in 2 und 3 cm Stärke. Einen Überblick finden Sie unter Terrassenplatten und Fliesen für draußen. Beratung bekommen Sie bei uns ohne Termin. Über unser Anfrageformular können Sie vorab ein Foto der Fläche oder den Grundriss mitschicken. Einen unverbindlichen Richtwert für die Menge nennen wir Ihnen gern, die verbindliche Menge ermittelt Ihr Fliesenleger beim Aufmaß. Wir verlegen nicht selbst. Den Einbau übernimmt Ihr Fachbetrieb, und haben Sie noch keinen, nennen wir Ihnen einen aus unserem Handwerkernetz.