Beim Fliesenkauf entscheiden fünf Angaben, ob Ihnen der Boden in zehn Jahren noch gefällt: das Material, die Abriebgruppe, die Rutschhemmung, Kaliber und Charge sowie der Untergrund, auf den die Fliese kommt. Alle fünf stehen auf dem Datenblatt oder dem Karton. Die Optik sehen Sie sowieso, diese Angaben sieht man erst, wenn man danach fragt.
Wir beraten seit Jahrzehnten an der Theke in Bonn-Lengsdorf. Hier die Punkte, die wir mit jedem Kunden durchgehen, sortiert nach den Fragen, die bei Google dazu gestellt werden.
Worauf sollte man beim Fliesenkauf achten?
Klären Sie vor dem Aussuchen, wo die Fliese liegt: Wand oder Boden, innen oder außen, trocken oder nass, mit Straßenschuhen oder barfuß, mit oder ohne Fußbodenheizung. Daraus ergibt sich, welches Material, welche Abriebgruppe und welche Rutschhemmung passt. Erst dann lohnt sich die Frage nach Farbe und Format.
Steingut, Steinzeug oder Feinsteinzeug?
- Steingut nimmt mehr als zehn Prozent Wasser auf, ist leicht zu schneiden und gehört an die Wand im Innenbereich. Auf den Boden und nach draußen gehört es nicht.
- Steinzeug ist dichter und für Böden im Innenbereich geeignet. Ob es frostsicher ist, steht auf dem Datenblatt.
- Feinsteinzeug nimmt höchstens 0,5 Prozent Wasser auf. Es ist frostsicher, sehr belastbar und deshalb der Standard für Böden, Terrassen und Großformate. Seine Kehrseiten stehen in Nachteile von Feinsteinzeug.
Welche Abriebgruppe brauche ich?
Die Abriebgruppe (PEI 1 bis 5) gibt an, wie gut die Glasur einer Fliese dem Abrieb durch Schuhe und Schmutz standhält. Sie gilt nur für glasierte Fliesen. Unglasiertes Feinsteinzeug ist durchgefärbt und wird anders geprüft.
- Gruppe 1 und 2: Wände und Böden, die kaum oder nur barfuß begangen werden, etwa im Schlafzimmer oder Bad
- Gruppe 3: Wohnräume mit normaler Beanspruchung
- Gruppe 4: Flur, Küche, Eingangsbereich, auch Räume mit direktem Zugang von draußen
- Gruppe 5: stark begangene Flächen, auch gewerblich
Im Zweifel eine Gruppe höher wählen. Der Unterschied im Preis ist meist klein, der im Alltag groß, vor allem bei dunklen Glasuren, auf denen Laufspuren früher sichtbar werden.
Welche Rutschhemmung für Bad, Küche und Terrasse?
Die R-Klassen R9 bis R13 werden mit Schuhen geprüft. Für trockene Wohnräume reicht R9, für Bad, Küche und Flur empfehlen wir R10, für Terrasse und Balkon R11. Für die bodengleiche Dusche zählt eine zweite Skala: die Barfußklassen A, B und C. Im privaten Bad empfehlen wir dort mindestens B. Die Einzelheiten stehen in R9, R10 oder R11?
Was bedeuten Kaliber, Brandfarbe und Charge?
Fliesen werden in Bränden produziert. Jeder Brand kann im Farbton und in der genauen Größe leicht abweichen. Das steht als Charge oder Brandfarbe und als Kaliber auf dem Karton.
- Kaufen Sie die gesamte Menge auf einmal und prüfen Sie, dass alle Kartons dieselbe Charge und dasselbe Kaliber tragen. Gemischte Chargen sieht man auf der fertigen Fläche, oft erst bei Streiflicht am Abend.
- Rechnen Sie Verschnitt mit ein: bei gerader Verlegung etwa zehn Prozent, diagonal und bei Großformat mehr. Wie das geht, steht in Wie viele Fliesen brauche ich?
- Legen Sie ein bis zwei Quadratmeter als Reserve in den Keller. Wenn in ein paar Jahren eine Fliese springt, ist die Serie oft nicht mehr lieferbar.
Rektifizierte Fliesen sind nach dem Brand exakt auf Maß geschliffen. Sie erlauben schmale Fugen von zwei bis drei Millimetern. Großformate brauchen dafür einen sehr ebenen Untergrund.
Untergrund, Abdichtung und Kleber
Weder Fliese noch Fuge sind wasserdicht. In der Dusche und an spritzwasserbelasteten Wänden gehört eine Abdichtung unter die Fliese, als Flüssigabdichtung oder Bahn mit Dichtband in den Ecken. Der Kleber richtet sich nach Format und Untergrund, mehr dazu in Flexkleber oder Fliesenkleber? Auf Fußbodenheizung sind Fliesen der beste Belag, siehe Fliesen auf Fußbodenheizung.
Am Material entscheiden
Bringen Sie Grundriss, Fotos und, wenn vorhanden, Ihren Fliesenleger mit. In unserer Ausstellung in Bonn-Lengsdorf liegen die Serien als Fläche. Sie sehen Farbe, Struktur und Rutschhemmung am Stück, und wir rechnen Menge und Zubehör im selben Gespräch.
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