Helle Fliesen machen den Raum größer und zeigen Haare, dunkle Fliesen machen ihn ruhiger und zeigen Kalk. Am wenigsten Dreck sieht man auf mittleren, leicht gemusterten Tönen in matter Oberfläche. Das ist keine Geschmacksfrage, sondern Physik.
Was ist besser, helle oder dunkle Fliesen?
Weder noch. Die Frage ist, was Ihr Raum braucht und was Sie bereit sind zu putzen.
Helle Fliesen reflektieren Licht. In kleinen Bädern ohne Fenster, in Fluren und in Räumen mit Nordfenster sind sie fast immer die bessere Wahl. Sie wirken sauber und weit. Dafür zeigen sie Haare, dunkle Krümel und Schuhabrieb sofort. Und ein reines Weiß kann in einem Raum ohne Holz oder Textil kühl wirken.
Dunkle Fliesen schlucken Licht. In großen, hellen Räumen mit viel Tageslicht wirken sie hochwertig und ruhig, besonders im Großformat. In kleinen Räumen drücken sie. Und auf dunklem Boden sehen Sie Staub, Kalkränder und jeden getrockneten Wassertropfen. Ein anthrazitfarbenes Bad sieht nur so lange aus wie im Katalog, wie jemand die Dusche nach jeder Benutzung trocken zieht.
Die Mitte ist aus gutem Grund die häufigste Wahl, die wir in Bonn-Lengsdorf verkaufen: Greige, Sand, mittleres Grau, Kalksteinoptik. Diese Töne sind hell genug für kleine Räume und dunkel genug, um Alltag zu verzeihen. Eine Kombination aus dunklerem Boden und hellen Wänden holt beides zusammen.
Auf welcher Fliesenfarbe sieht man am wenigsten Dreck?
Auf der, die so aussieht wie der Dreck. Das klingt flapsig, ist aber die Regel: Staub ist hellgrau, Haare sind dunkel, Kalk ist weiß, Erde ist braun. Eine Fliese im mittleren Grau- oder Beigeton mit leichter Zeichnung, also Steinoptik, Betonoptik oder ein feines Terrazzo-Muster, versteckt das meiste davon. Schwarz zeigt alles Helle, Weiß alles Dunkle, und beide zeigen es auf einer glatten, einfarbigen Fläche am deutlichsten.
Zwei Punkte, die mehr ausmachen als die Farbe:
- Die Fuge. Eine helle Fuge im Boden wird in Flur und Küche nach zwei Jahren grau, egal wie die Fliese aussieht. Wählen Sie die Fuge im Ton der Fliese oder eine Nuance dunkler.
- Die Struktur. Eine leichte Oberflächenstruktur bricht das Licht und kaschiert Schlieren. Eine spiegelglatte Fläche zeigt jeden Wischstreifen.
Was ist pflegeleichter, matte oder glänzende Fliesen?
Im Alltag sind matte Fliesen pflegeleichter, und zwar deutlich. Sie zeigen Fingerabdrücke, Wassertropfen, Kalkschleier und Wischspuren kaum. Auf glänzenden Fliesen sehen Sie jeden getrockneten Tropfen. Dazu kommt: Hochglanz ist nass rutschig, matt in der Regel nicht.
Das Argument für Glanz ist ein anderes: Die glatte Oberfläche lässt sich bei leichtem Schmutz mit einem feuchten Tuch abwischen, und sie reflektiert Licht, was kleine, dunkle Räume aufhellt. An der Wand, wo niemand drüberläuft und Spritzwasser schnell abgewischt wird, ist Glanz deshalb unproblematisch. Auf dem Boden empfehlen wir ihn nicht.
Ein Hinweis zu matten Fliesen: Bei stark strukturierten oder sehr rauen Oberflächen kann sich Fett in der Struktur festsetzen. Das betrifft vor allem R11 in der Küche. Für Wohnräume reicht eine matte Fliese mit glatter Oberfläche, die ist leicht zu wischen und zeigt trotzdem nichts.
Die kurze Faustregel
Für den Boden: matt, mittlerer Ton, leichte Zeichnung, Fuge im Fliesenton. Für die Wand: was gefällt, dort dürfen auch Weiß und Glanz. Für die Dusche: matt und mit geprüfter Rutschhemmung barfuß.
Bringen Sie ein Foto Ihres Raums mit Tageslicht mit. In unserer Ausstellung legen wir die Fliese unter ähnliches Licht, und Sie nehmen ein Muster mit nach Hause, denn dort entscheidet sich die Farbe, nicht bei uns.
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